Ruta del Cares: Der Rückweg

Gesamtlesedauer ca. 3 Minuten

wird nach der Rast in Angriff genommen.
Dazu laufen wir ein Stück den Fluss hinauf, bis wir Caín erreichen. Wir schauen uns um – nur Gastronomie und Herbergen.
Es ist mittlerweile 16:45 Uhr, ich bin seit dreidreiviertel Stunden unterwegs und verspüre ein kleines Hungergefühl. Doch um diese Uhrzeit auf ein „menú del día“ zu hoffen, ist blauäugig. Ein Tagesmenü liegt bei ca. € 12,-, was absolut in Ordnung ist, doch wir sind zu spät für Mittag- und zu früh für Abendessen. Dann wird es halt ein „bocadillo con chorizo y jamón“ dazu ein großer Kaffee. Der große Kaffee verrät den Deutschen immer und überall.

Bocadillo con chorizo y jamón, Caín

Bocadillo con chorizo y jamón für € 5,50 in Caín

Oscar spielt zwischenzeitlich mit den Hunden des Ortes.

Caín de Valdeón

Caín de Valdeón

Eigentlich sollte er hundemüde unterm Tisch liegen und schlafen, doch eigenartigerweise sind weder er noch ich erschöpft.

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Nach einer Dreiviertelstunde
treten wir den Rückweg an. Es ist 17:30 Uhr und ich rechne mit nur drei Stunden Laufzeit anstatt dreidreiviertel, da der steile Anstieg wegfällt. Außerdem hat es sich zugezogen, so dass die Faktoren Sonne und Hitze keine Rolle mehr spielen. Und es fängt auch noch an zu nieseln – eine Wohltat.
Wer nun denkt, dass ich alles erneut sehen werde, irrt. Natürlich sind die Sachen noch da, wo sie auf dem Hinmarsch waren, aber der Blickwinkel ist jetzt ein anderer.
An der Staustufe kommen mir die letzten Wanderer entgegen. Die haben es hinter sich.

Oscar lebt auf,
läuft putzmunter vor mir her und genießt die gemeinsamen Trinkpausen am Wasserkanal. Im Verlauf des weiteren Weges, wird er richtig übermütig und versucht Ziegen zu jagen. Als er an der kurzen Leine mit mir durch eine Ziegenherde laufen muss, ist er allerdings sehr zurückhaltend.

Ich bin kaum eine Stunde gelaufen,
da kommen mir zwei Jogger entgegen. Jogger? Hier? Irgendwie wahnsinnig! Auf dem Untergrund wollte ich nicht joggen. Ich rufe Oscar heran und lasse die beiden passieren. Ausgerüstet mit Ohrhörern, Wasserrucksack und Wasserflaschen laufen sie Richtung Caín.
Vor mir läuft ein weiterer Wanderer Richtung Poncebos. Richtig gut ausgerüstet mit hochwertigem Rucksack, Wanderstiefeln, Wanderstöcken und Kleidung in Signalfarben. Vor ihm und zwischen uns sehe ich nur Landschaft. Ich hole langsam auf, überhole ihn und ziehe davon. An der nächsten Wasserstelle holt er auf, läuft weiter und nachdem ich wieder eingepackt habe, sehe ich, dass er richtig weit vorne ist. Mit jeder Wasserstelle an der ich anhalte, wird sein Vorsprung größer und bald habe ich ihn aus den Augen verloren.
Was, wenn mir jetzt etwas passiert? Vor morgen Früh wird kaum jemand vorbeikommen. Niemand? Ich drehe mich um, weil ich Schritte höre und sehe…die beiden Jogger wieder. Echt jetzt? Sind sie wirklich von Poncebos nach Caín gejoggt und wieder zurück?

Trotz der vielen Trinkpausen,
dauert der Rückweg nur zweieinhalb Stunden.
Das letzte Stück, das mich auf dem Hinweg schon enerviert hat, geht mir jetzt wieder auf die Nerven. Der Untergrund rollt weg, und wenn er nicht rollt, ist er wegen des Nieselregens glitschig. Sechs Stunden ist alles gutgegangen und in den letzten Minuten lege ich zwei Mal fast lang.

In meiner Unterkunft
erklären mir die Wirtsleute später, dass Extremsportarten, so auch Joggen in den Bergen, gerade in Mode ist.
Sie stimmen mir zu, dass man die gesamte Strecke nur läuft, um sie mal gelaufen zu sein, dass die ersten fünf Kilometer nicht besonders aufregend sind und dass ein Teilstück ab Caín und zurück vollkommen ausreicht.
Oscar hat sich den Bauch vollgeschlagen und auf dem Bett zusammengerollt. Morgen ist Abreisetag, da machen wir einen entspannten. Versprochen!

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