Toruń: Rynek Staromiejsky
Thorn: Altstädter Markt

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und seine Bauwerke aus Gotik, Renaissance und Barock

bilden das Herz der Stadt.
Der Platz ist mehr oder minder quadratisch, was die bevorstehende Strecke überschaubar und ein Verlaufen unmöglich macht. Der Mittelpunkt des Marktplatzes wird durch das monumentale

Ratusz Staromiejsky

Ratusz Staromiejski, Toruń (Altstädtisches Rathaus, Thorn, Polen)mit seinem Innenhof beherrscht. An seiner Stelle stand 1279 bereits ein Rathaus, um dessen Turm ab 1393 das heutige Bauwerk errichtet wurde. Das Gericht hatte hier ebenso seinen Sitz wie der Stadtrat. In den Sälen wurde hoher Besuch empfangen und residierte bei Bedarf auch hier, wovon heute noch der Königssaal im ersten Stock zeugt.
Ratusz Staromiejski, Toruń (Altstädtisches Rathaus, Thorn, Polen)Die ziegelrote Fassade des Altstädtischen Rathauses wurde im 17. Jh. um eine zusätzliche Etage aufgestockt und mit Türmchen verziert.
1703 brach infolge des Beschusses während der schwedischen Belagerung ein Feuer aus, das kaum mehr aus die Außenwände übrig ließ. Die verbliebene Bausubstanz reichte aus, um Wiederaufbau und Arbeiten an einer neuen Ausstattung von 1722 bis 1738 durchzuführen.
Ab dem 19. Jh. wurde das Gebäude ausschließlich für städtische Verwaltungsaufgaben genutzt. Dazu gehörte auch die zeitweilige Funktion als Militärkrankenhaus.
1861 zog das Stadtmuseum in den zweiten Stock und beanspruchte ab 1957 das gesamte Rathaus für sich.

Die Legende besagt,
dass das Altstädtische Rathaus einen Kalender versinnbildlicht: Der Turm steht für ein Jahr, die vier Tore spiegeln die vier Jahreszeiten wider, zwölf große Säle entsprechen den zwölf Monaten eines Jahres und die Anzahl der Fenster soll identisch mit den Kalendertagen sein, inklusive eines variablen Fensters an Schalttagen.

Das Thorner Rathaus gilt als Inspirationsquelle für die architektonische Gestaltung der Fassade des Berliner Roten Rathauses.
Mir stellt sich die Frage nicht, ob ich die Aussichtsplattform in 42 m Höhe erklimmen möchte, weil ich Oscar nicht unbeaufsichtigt lassen möchte, auch wenn ich sonst auf alles klettere, was mir eine tolle Aussicht verspricht.
An der Südseite des Marktplatzes steht der

Dwór Artusa,

der im Jahr 1891 eingeweiht wurde. Der Bau des ersten Artushofes begann im Jahr 1310. 1466 wurde in ihm der Zweite Thorner Friede geschlossen. 1802 wurde der Bau abgerissen und durch den zweiten ersetzt, der wiederum bereits 1890 durch ein drittes  Gebäude ersetzt wurde, das bis heute steht.
Neben einigen Geschäften ist das Gebäude Sitz eines Heimatvertriebenenvereines und des Kammerorchesters.
Dwór Artusa, Toruń (Artushof, Thorn, Polen)
Schräg gegenüber, an der östlichen Ecke des Rathaus steht das

zu Ehren des berühmtesten Sohnes der Stadt. Das 1853 von Christian Friedrich Tieck geschaffene Nikolaus Kopernikus-Denkmal zeigt, im Gegensatz zu dem meisten anderen Abbildnissen des Astronomen, sein jugendliches Gesicht mit einem zarten Schnurrbart, der nur aus der Nähe sichtbar ist.
Die lateinische Inschrift auf der Frontseite

NICOLAUS COPERNICUS
THORUNENSIS
TERRAE MOTOR
SOLIS CAELIQUE STATOR

bedeutet übersetzt Nikolaus Kopernikus aus Thorn, der die Erde in Bewegung setzte und Sonne und Himmel anhielt. Die Rückseite weist in römischen Zahlen das Geburts- und Todesjahr (1473 und 1543) sowie das Jahr der Denkmalerrichtung (1853) aus.
Das Nikolaus Kopernikus-Denkmal ist DER Treffpunkt für Verabredungen. Daher kann es unter dem Bronzedenkmal auch schon mal eng werden, wenn sich Passanten auf den Bänken ausruhen oder Kinder im Brunnen plantschen.
Der Gelehrte schaut auf den

Strafesel

Strafesel, Toruń (Thorn), Polenauf der gegenüberliegenden Straßenecke. Sieht unbequem aus und soll es auch sein: Die Metallschiene auf dem Rücken des Tieres, auch als Spanischer Bock bekannt, war ein zu ihrer Zeit übliches Folter- und Strafinstrument bei leichteren Vergehen.
Blumenstände stehen entlang der Ostseite des Rathauses und führen mich zum

Kamienica Pod Gwiasda,

Kamienica Pod Gwiazdą, Toruń (Haus unterm Stern, Thorn, Polen)in dem heute kunsthistorische Sammlungen aus dem asiatischen Raum ausgestellt werden.
Das stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jh., erhielt aber erst Ende des 17. Jh. seine üppig dekorierte spätbarocke Fassade und den namensgebenden Stern auf dem Giebel. Im Innern sind noch großflächige Deckenmalereien erhalten.
An der nächsten Ecke steht das

Pomnik Filusia, Toruń (Filuś-Denkmal, Thorn, Polen)aus dem Jahre 2005. Wer es nicht auf Anhieb findet, sollte den Blick senken und einen kleinen bronzenen Hund auf dem Bürgersteig suchen. Das Hinweisschild an der Hauswand erklärt, was es damit auf sich hat: Der Künstler Zbigniew Lengren, der seine Jugend in Thorn verbrachte, schuf die Figur des zerstreuten Professor Filutek, der von seinem Hündchen Filuś aus so manch schwieriger Situation gerettet werden muss. Die niedliche Figur ist besonders bei kleinen Kindern beliebt, lässt aber meinen Hund vollkommen kalt.
Kosciól Wniebowziecia Najswietszej Marii Panny, Toruń (Kirche der Himmelfahrt der Jungfrau Maria, Thorn, Polen)Ich bin mittlerweile an der Nordseite des angekommen, wo eine Gasse zur Marienkirche führt, die ich mir für später aufhebe. Noch einmal ums Eck und ich erreiche die Westseite des in dessen Schatten das

steht und etwas verloren wirkt. Das Denkmal ist eigentlich ein Springbrunnen und zeigt einen Geige spielenden .

Die Legende geht,
dass Thorn von einer Froschplage heimgesucht wurde. Ob Überflutungen oder der Fluch eines verstoßenen Bettlers die Ursache war, darüber existieren unterschiedliche Versionen der Legende. Die Amphibien waren dermaßen eine Belästigung, dass der Bürgermeister eine große Summe Bargeld und die Hand seiner Tochter für denjenigen auslobte, der die Frösche aus der Stadt vertriebe. Ein Flößer, der manchmal mit dem Namen Iwo erwähnt wird, fiedelte auf seiner Geige und versammelte die Frösche um sich, die er dann, immer noch geigend, zum Stadttor hinausführte.

Fontanna Flisaka (Flößer-Brunnen, Thorn, Polen)Das Flößer-Denkmal stammt vom später in Berlin lebenden Georg Wolf. Die Plastik wurde am 18.06.1914 im Innenhof des Altstädtischen Rathauses enthüllt. 1943 entfernten die Besatzer die Skulptur von ihrem angestammten Platz und im Laufe der Zeit wurde sie an mehreren Stellen aufgebaut; grad so, als wollte sie keiner haben. 1983 erreichte sie ihren heutigen Standort – fast an ihren ursprünglichen Platz.
Vis-à-vis stehen zwei Bauten, zu denen ich aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse erst nach einigem Suchen Infos fand: Zum einen die

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Kościół Ducha Świętego & Hôtel de Varsovie, Toruń (Heilig-Geist-Kirche & Hotel Warschau, Thorn, Polen)die 46 m in der Länge und 23 m in der Breite misst, bei einer Innenhöhe von 14 m.
Der Bau wurde 1743 begonnen, musste aber bis 1754 unterbrochen werden und die Heilig-Geist-Kirche schließlich 1756 eingeweiht.
Im Jahr 1856 sollte der Turm gebaut werden, was aus nicht näher bezeichneten Gründen nicht klappte. Erst als die Berliner Architektenkammer 1891 einen Wettbewerb ausschrieb, nahm die Sache Gestalt an und schließlich von 1897 – 1899 der 64 m hohe Turm errichtet.
Neben der akademischen Jesuitenkirche steht das nicht minder beeindruckende ehemalige

,

Hôtel de Varsovie, Toruń (Thorn, Polen)das heute das Hauptpostamt beherbergt. Da die Post oft in solch pompösen Gebäuden zu finden ist, wäre es an sich nicht weiter erwähnenswert, hätte ich nicht ein kleines unscheinbares Schild an einer Seitenwand entdeckt: Napoléon übernachtete hier vom 2.-6.6.1812.

Den  habe ich erfolgreich umrundet, jetzt ist der Rest der Altstadt dran.

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Artushof
Nikolaus Kopernikus-Denkmal
Haus unterm Stern
Filuś-Denkmal
Altstädter Markt
Altstädtisches Rathaus
Flößer-Denkmal in Thorn
Weichselflößer
Heilig-Geist-Kirche
Hotel Warschau
auch als Hotel Weißer Adler bezeichnet
Altstädter Markt
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