Rückreise Teil I, VGO – MAD

Lesedauer: 2 Minuten

Die Nacht war kurz und unruhig,
so wie jede Nacht vor einem Flug. 6: 00 Uhr und es ist finster draußen. In Berlin würden die Vögel schon Terror machen.
Zum Frühstück gibt es den letzten Kaffeepad und den Rest vom Müsli. 7:30 Uhr geht es los Richtung Flughafen. 20 Minuten Fahrt durch menschenleere Straßen. Es ist Feiertag – „día de la letra galega“.

Am Flughafen angekommen,
stelle ich den Wagen auf den nächsten freien Platz ab, denn AVIS Budget haben wohl zu wenig Parkplätze angemietet.

Wer beansprucht den meisten Platz im Koferraum

Wer von uns beansprucht den meisten Platz im Kofferraum?

Ich packe aus, baue Oscars Transportbox auf, suche mir ein Wägelchen, natürlich eiert es und es gibt auch nur dieses eine, und rolle Richtung

Check-In.
Kaum Reisende. Eigentlich nur Geschäftsmänner und -frauen auf dem Weg nach Madrid.
Ich trete an den Air Europa-Schalter, grüße höflich und lasse die Dame wissen, dass ich mit ihrer Fluggesellschaft reise. Blödsinn eigentlich, warum sonst sollte ich um diese Uhrzeit am Flughafen rumlungern? Es interessiert sie auch nicht besonders.
Ich äußere den Wunsch, den Koffer bis TXL durchzuchecken und den Hund in MAD entgegenzunehmen. Natürlich geht das nicht, denn in Spanien geht nichts beim ersten Mal, schon gar nicht, wenn es nicht ins Schema passt und erst recht nicht, wenn Eigeninitiative gefragt ist. Angeblich lässt das Buchungssystem das nicht zu. „Vor zwei Jahren ging es noch“, erwidere ich. Die Kollegin zwei Schalter weiter zuckt anteilnahmslos die Schultern. Da kommt der mir persönlich zugeteilten Check-In-Fachkraft die Idee, irgendwo anzurufen. Es geht nun doch.
Einmal nur, ein einziges Mal, möchte ich in Vigo einchecken, ohne mir den Mund fusselig zu reden oder mich über irgendwas zu wundern.

Boarding
und meine mir persönlich zugeteilte Check-In-Mitarbeiterin zerrt mich vom AVIS Budget-Schalter weg. Erstmalig in meinem Leben sehe ich, was sich hinter dem Vorhang befindet, der das Sperrgepäckband begrenzt. Ein Röntgengerät für das Sperrgepäck. Da muss Oscars Box durch. Nun stellt sich die Frage, was haben die mit Oscar gemacht, wenn ich ihn am Schalter abgeben musste und nicht mit in den Sicherheitsbereich durfte?
Ich trolle mich dann auch sofort zur Sicherheitskontrolle, darf sogar zum Polizisten der Guardia Civil, der eine Probe auf Drogen, Sprengstoff oder was auch immer von meinen Sachen nimmt, und steige dann ein.

Eine Embraer 190
mal wieder. Scheint ein beliebtes Modell auf diesen kurzen Strecken zu sein. Das Unterhaltungsprogramm, also die Sicherheitsunterweisung, weicht minimal von den üblichen Vorstellungen ab, findet aber mein Gefallen.
Es gibt weder etwas zu essen noch zu trinken, außer ich mach den Geldsäckel auf. Ist ja nur eine Stunde, die halte ich durch.
Das Frollein neben mir greift an meine Luftdüse und schneidet mir die Frischluftzufuhr ab, weil sie fröstelt. Zieh doch einfach mal die Jacke an! Was ein Glück, dass ich nur ein Polohemd anhabe, sonst würde ich eingehen.

Pünktlich gestartet
und pünktlich gelandet, mache ich mich auf die Suche nach meinem Hund und finde ihn einsam und verlassen in einer menschenleeren großen Halle auf Band 18.

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Jetzt heißt es drei Stunden bis zum Weiterflug totschlagen.

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