Moaña: „A Poza da Moura“

Gesamtlesedauer ca. 4 Minuten

klingt in der deutschen Übersetzung
wenig romantisch: „Das Wasserloch des Fabelwesens“. „Moura“ wird auch mit „Maurin“ übersetzt, meint in diesem Fall aber tatsächlich eine betörende Schönheit aus der galicischen Mythologie.

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Die Legende besagt,
dass dieses mythische Wesen sich in einen jungen Mann verliebte, was ihr Vater allerdings nicht guthieß, da der Bursche nur ein Bauer war. Der Vater tötete den Geliebten und voller Schmerz ertrank sie sich im Fluß. Seitdem taucht sie nächtens auf und kämmt ihr langes Haar am Ufer sitzend. In bestimmten Sommernächten soll ihr Klagen zu hören sein.

Wie so oft gibt es keine exakte Anfahrtsbeschreibung
und meinen ersten Anlauf brach ich entnervt ab, da ich mich im Umfeld des Golfplatzes verfahren hatte. Die Betreiber des Golfplatzes haben neu angelegte Straßen mit Felsblöcken versperrt, was das Navi nicht wusste, und die Fahrerei über die Dörfer führte nicht zum gewünschten Ziel.
Dabei ist es wirklich einfach, denn man muss nur zur „Urbanización Golf Domaio“. Dieser Flecken ist zwar in einigen Karten verzeichnet, aber auf den Straßen nicht ausgeschildert. Ich markiere im Navi einen Punkt, der in einem Wanderblog beschrieben wird, und warte gespannt, was mich erwartet.
Und tatsächlich: Hier war ich gestern auch schon, und auch gestern bin ich schon falsch weitergefahren, denn ich blieb auf der Straße, während mich das Navi auf einen Waldweg lotsen wollte. Es parken noch andere Autos am Wegesrand und ich stelle meines dazu. Der Weg wird schmaler und nach ein paar Schritten wird aus der Staubpiste eine asphaltierte Straße und wir stehen vor der Baustelle des Neubaugebietes, wo bereits dutzende andere Wagen parken. Das sollst Du mal ahnen, dass Du über einen staubigen Waldweg zu einem Neubaugebiet kommst!
Wer sich die Anfahrt zum Parkplatz auf einer Karte anschauen möchte: 42.29760, -8.69240 oder N42° 17.856 W8° 41.544 oder klassisch N42° 17′ 51.36″ W8° 41′ 32.64″ .
Nach Möglichkeit, das Luftbild einschalten, dass erleichtert die Suche ungemein. Auf der unten verlinkten Karte ist zusätzlich das Ausflugsziel verzeichnet.

Von hier aus soll es ausgeschildert sein,
las ich im Internet. Ist es auch. Ein großes Schild weist nach rechts, an den Bauruinen entlang. Trotzdem sehe ich ratlose Spaziergänger, die zum Mobiltelefon greifen und ihre Freunde anrufen, denn bereits am ersten Abzweig fehlt die Folgebeschilderung. Ich bleibe auf dem breiten Weg und gehe geradeaus weiter. Es folgt rechter Hand eine Brücke und wieder fehlt die Beschilderung. Ich ignoriere die Brücke und gehe stattdessen links bergauf und dann rechts. Da kommt ein Hundehalter, den frag ich sicherheitshalber! Wir sind richtig, ein paar Meter weiter vorne sind zwei Mühlen und noch ein paar Meter weiter ist dann der Fluss. Auf dem Weg dahin bietet sich ein Panoramablick auf die „Ría de Vigo“ an und gleich dahinter sind die zwei Mühlen. Und auch zahlreiche Besucher. Das erklärt zumindest die stattliche Anzahl Kfz auf dem Parkplatz.

Ría de Vigo

Ría de Vigo

Hinter den Mühlen,
zu denen es weder im Internet noch vor Ort weitere Informationen gibt, sehe ich eine Holzbrücke und habe das Ziel erreicht.

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Poza da Moura (Moaña, Pontevedra)

Ich stehe vor einem Wasserlauf, der in seinem steinernen Bett unterhalb der Brücke ein natürliches Becken bildet und im weiteren Verlauf in einem Wasserfall endet. Oberhalb der Brücke lädt ein Felsvorsprung zum Sonnenbaden ein. Das Angebot wird gerne angenommen, denn der Ort ist bereits gut besucht und es wird immer voller.

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Poza da Moura (Moaña, Pontevedra)

Mich interessiert die kleine steinerne Brücke,
die ich etwas weiter oben gesehen habe. Die Holzbrücke queren, dann gleich links und ich habe die Qual der Wahl: Nochmal links geht es auf den Felsvorsprung, wo sich die Sonnenhungrigen tummeln, geradeaus durchs Gestrüpp geht es zum Golfplatz. Ich folge der Herde und tummele mich mit anderen Spaziergängern auf dem Gelände des Golfclubs, das durch den Fluss geteilt wird und auf dessen Gelände sich die Brücke befindet.

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Poza da Moura / Golf Ría de Vigo (Moaña, Pontevedra)

Am Rande sei bemerkt, dass der Golfverein, aufgrund seines immensen Wasserverbrauchs für das Green, bei den Anwohner eher unbeliebt ist.

Auf dem Rückweg
nehme ich mir die Zeit und schaue mir die Geisterstadt an. Der Weiterbau der „Urbanización de Golf Domaio“ wurde 2007 gestoppt und der Grund war mal wieder das liebe Geld. In 2015 wurde das Urteil auf Zahlung von 2,2 Mio. € zugunsten des Bauunternehmers gefällt, doch Mitte Mai 2016 pfeift der Wind nach wie vor durch die Rohbauten und es sind nur wenige Gebäude fertiggestellt.

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