San Salvador de Prado: Ermita da Xestosa

steht in der Serra do Faro de Avión,

einem Ausläufer der Serra do Suído, und gehört zur Gemeinde Covelo.

Diese abgelegene ist unter mehreren ähnlichen Namen bekannt, wie z.B. , , oder bei Google als bezeichnet.
Die höchstgelegene Kirche der Provinz Pontevedra ist umgeben von mehreren Gipfeln, die die Tausender-Marke knacken. Um sie zu besuchen, müssen wir auf 985 m Höhe des insgesamt

1.151 m hohen Monte Faro de Avión

hinauf. Der Berg ist nicht nur Namensgeber der Serra do Faro de Avión, sondern auch höchste Erhebung der Provinz. Im Gebirge selber geht es noch höher, wenn auch nur 4 m: 400 m östlich liegt der 1.155 m hohe O Castillo do Faro, der allerdings bereits zur Provinz gehört.
Monte Faro de Avión, Covelo (Pontevedra), SpanienDie hervorragend asphaltierte Landstraße erschließt diesen Flecken erst seit diesem Jahrhundert. Vorher war ein Pfad bzw. Feldweg die einzige Verbindung zur Außenwelt. Sie ist sicherlich ein Zugeständnis an den Bau der allgegenwärtigen Windkraftanlagen, die die Landschaft verschandeln und dem Idyll einen Gutteil seines Zaubers nahmen.
Nachdem ich vom Parkplatz aus den Fernblick bewundert habe, bugsiere ich Oscar in den eingezäunten Bereich der

Área Recreativa de A Xestosa,

Área Recreativa de A Xestosa, Covelo (Pontevedra), Spanienum zur Kirche zu gelangen. Neben dem großen Felsen mit dem Steinkreuz auf seiner Spitze stehen schier endlose Reihen von Steintischen. Die jeweils 30 m langen Essplätze scheinen wie aus einem Stück gehauen zu sein, was sie natürlich nicht sind. Bei entsprechendem Besucherandrang ist mit Stau am einzigen Grill und der Wasserquelle zu rechnen.
Durch eine Steinmauer eingefasst, erhebt sich vor mir die

Ermita da Xestosa

mit ihrem vorgelagerten Rundbogen. Die Inschrift über der Tür lautet sinngemäß:

1817. Diese Arbeit wurde zugunsten der Nachbarschaft gemacht.

Ermita da Xestosa, San Salvador de Prado - Covelo (Pontevedra), SpanienOb damit die Errichtung des aktuellen Gotteshauses oder ein Wiederauf- oder Umbau alter Strukturen gemeint ist, ist nicht vermerkt.
Was wie ein Stehtisch anmutet, dient aller Wahrscheinlichkeit als Freiluftaltar, da all die Gläubigen nicht in das kleine Gebetshaus passen: Die da Xestosa wird über die Weltmeere hinweg verehrt. Grund dafür ist die hohe Anzahl an Auswanderern, die dieser Gegend den Rücken kehrten. Deshalb werden jährlich zwei große gefeiert, die als vermarktet werden. Am sechsten Sonntag nach Ostern und am letzten Sonntag im August wird die Heiligenfigur auf einem Traktor über eine Strecke von 5 km gefahren und während der Zwischenhalte werden ihr zu Ehren mehrere Messen zelebriert.
Ermita da Xestosa, San Salvador de Prado - Covelo (Pontevedra), SpanienIm Innern fallen drei Granitbögen auf; ansonsten gibt es wenig, was das Auge von der schlichten Einrichtung ablenkt.
Neben der Wallfahrtskirche befinden sich überdachte Unterstände bzw. Stallungen. Hinter der Kirche stolpere ich über einen kleinen Fels, der einen Schatz birgt: In den Stein ist ein altes

anthropomorphes Grab

in den Maßen 1,84 m x 0,56 m gehauen. Die Abdeckung findet sich wahrscheinlich als Baumaterial in der Kirchenmauer wieder. Zumindest lässt ein auffällig geformter Stein hinterm Altar diese Vermutung zu.

Die Legende sagt,
dass dieses Grab immer voll mit wundervollbringendem Wasser ist, das den heilt, der seine kranken Stellen damit wäscht.

Ermita da Xestosa, San Salvador de Prado - Covelo (Pontevedra), SpanienDass das Grab immer gut mit Wasser gefüllt ist, grenzt weniger an ein Wunder, sondern liegt vielmehr daran, dass die Serra do Suído, ebenso wie ihr Ausläufer die Serra do Faro de Avión, zu den regenreichsten Gebieten des spanischen Festlandes gehören.
Bezüglich des Alters des Grabes in Menschengestalt streiten sich die Gelehrten: Die Meinungen reichen von vorchristlich bis mittelalterlich, also 9. oder 10. Jh..
Über die Bewohner dieser Einöde gibt es viele Vermutungen, aber wenig handfestes Wissen, bis auf eines vielleicht: Hier müssen mehrere Mönche oder Einsiedler gelebt haben, denn sich selbst begraben bringt einige Hindernisse mit sich.
Eine Überlegung geht davon aus, dass in den höheren Lagen des Río Tea-Tales verfolgte Juden aus der Region Ribadavia Zuflucht fanden. Vielleicht haben sich ein paar Ausreißer hierher abgesetzt. Als Beweis werden durch die Isolation verursachten genetischen Eigenschaften einer homogenen Bevölkerungsgruppe, den angeführt.
Die aktuellste Hypothese basiert auf einem von Maximino Fernández Sendín entdeckten Manuskript aus dem Jahre 1752. Dieses führt aus, dass Santa Quiteria, die erste Äbtissin des Klosters von Melón, im Grab des Monte Faro begraben worden sein könnte.
Im unmittelbarer Nähe zum Sarkophag, jenseits der Mauer, bahnt sich

ein Bach aus kristallklarem Wasser

Serra do Suido, Covelo (Pontevedra), Spanienseinen Weg durch Gelände. Seine Quelle liegt weiter oberhalb auf diesem Berg und angeblich soll dieses Gewässer zur Entstehung des Río Tea beitragen. Tatsächlich gibt es in den Bergen eine Fonte Tea, jedoch fließen mehrere Läufe zum Río Tea zusammen, so dass die Chance auf einen davon zu treffen recht hoch ist.
Oscar und ich treten gemütlich den Rückweg an, denn ich will mich so gar nicht von diesem abgeschiedenen Ort trennen. Serra do Suido, Covelo (Pontevedra), Spanien Solange ich über die Täler zu den anderen Gipfeln blicke, stören mich die Windräder nur minimal. Ich darf mich nur nicht umdrehen.

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deutsch: Eremitage oder Ermitage, Einsiedelei, Klause, Wallfahrtskapelle.
Einsam gelegene Orte des zurückgezogenen Lebens und des Gebets.
Kapelle Unserer Lieben Frau von Xestosa
Kapelle der Jungfrau von Xestosa
Das Heiligtum der Jungfrau von Xestosa
Kapelle Jungfrau von Xestosa
Ourense (galicisch) = Orense (castellano)
Virxe (gallego) = Virjen (castellano) = Jungfrau
Wallfahrten, Kirchfeste
Galicische Feier (im Sinne von Brauchtum) von touristischem Interesse
Bewohner des Nachbardorfes A Graña

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