Cangas: „Bosque encanto“ (Finca do Frendoal)

Gesamtlesedauer ca. 4 Minuten

Der Zauberwald
liegt auf der Halbinsel Morrazo an der Landstraße PO-315 auf Höhe des Kilometers 10, unmittelbar vor der Ortseinfahrt Aldán. Natürlich ist nichts ausgeschildert. Eine Orientierungshilfe sind das Gartencenter und der Pazo Torre Aldán mit seinem Turm  auf der einen und das Waschhaus mit dem angrenzenden unbefestigten Parkplatz auf der anderen Straßenseite.

Am Parkplatz
halte ich einen Moment inne und schaue mich um.

Pazo Torre Aldán

Pazo Torre Aldán

Das Gelände des Gartencenters, das Herrenhaus und der Wald waren früher Privatgelände der Condes de Canalejas und nicht zugänglich. Genutzt wurde das riesige Gelände als Erholungs-, Sport- und Jagdgebiet. Durch den Bau der Straße in den 1980ern wurde das Gelände geteilt und der Wald verfiel in einen Dornröschenschlaf. Später wurde er der Stadt Cangas überschrieben, die ihn mehr schlecht als recht wieder herrichtete und der Öffentlichkeit zugänglich machte.

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Es gibt zwei Wege

den Wald zu erreichen. Zum einen gibt es einen Waldweg direkt am Parkplatz, den nehmen die Meisten, weil spart Zeit. Zum anderen beginnt (oder endet, je nach Marschrichtung) am anderen Ende des Parkplatzes der „Senda dos Muiños de Aldán“, der Wanderweg der Mühlen von Aldán. Wer diesen Weg wählt, muss am Waschhaus mit der mittelalterlichen Steinbrücke vorbei und rund 50 m die Straße bergauf gehen, um den Wald durch eine Einfahrt ohne Tor, nennen wir das Loch in der Mauer mal so, zu betreten.

Waschhaus in Aldán

Waschhaus in Aldán

Ich entscheide mich für den Waldweg direkt am Parkplatz und suche mir im Wald den Wanderweg.

Kurz hinter dem Parkplatz
gabelt sich der Weg, getrennt von einem fast trockenen Kanal. Überall wuchern die Bodendecker, abgefallene Äste und Totholz wohin man schaut. Das Blätterdach ist dicht, das Sonnenlicht gedämpft. Wären nicht weitere Besucher zugegen, könnte ich mich tatsächlich wie in einem verwunschenen Wald fühlen.

Finca do Frendoal

Finca do Frendoal

Oscar kommt die Menschenschar gelegen und rennt von Frau zu Frau,  um seine Streicheleinheiten einzufordern. Weiter voraus sehe ich eine Burg samt Burggraben. Auf dem Weg dahin komme ich an einem

Aquädukt aus dem Mittelalter
vorbei, das unter mehreren Namen bekannt ist: „Arco da Moura“, „Arco da Condesa“ oder „Acueducto de Frendoal“. Seine Ursprünge gehen bis ins Römische Reich zurück, jedoch wird der aktuelle Bau dem Mittelalter zugeschrieben.  Die Wasserleitung verlief über zwei Bögen, von denen einer dem Straßenbau geopfert wurde. Während die Römer das Wasser nutzen, um in einer Fabrik Fisch zu verarbeiten, nutzen die Grafen das Wasser bis in die 1970er für die Bewässerung ihrer Pflanzen.

Acueducto de Frendoal

Acueducto de Frendoal

Die Burg,
vielmehr die unvollendete Bauruine, liegt einen Steinwurf neben dem Bogen. In den 1960ern begonnen und nie vollendet, bietet sie ein jämmerliches Bild. Von der Zugbrücke, die den Wassergraben überspannte, ist nichts mehr zu sehen und das Innere ist mit unzähligen Schmierereien überzogen. Das Gebäude ist in den Hang gebaut, direkt unter den Mühlen-Wanderweg, angrenzend an einen Mischwald.

Finca do Frendoal

Finca do Frendoal

Das Wichtigste habe ich gesehen und folge von jetzt an dem Wanderweg entlang des Río Orxas, der zu meinen Füßen plätschert.  Doch zuerst geht es noch schnell rechts bergauf in den Wald. Direkt hinterm dem Aquädukt führt ein kleiner Weg in den unwegigen Wald. Hierher verirren sich nur die Wenigsten. Die Wege, sofern vorhanden, sind eher als Trampelpfade zu bezeichnen. Die Geräusche der Zivilisation dringen gedämpft durch und es riecht nach Eukalyptus.  Ob hier früher die Jagden stattfanden?

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Finca do Frendoal

Zurück auf dem Mühlen-Wanderweg
folgen wir dem Río Orxa, der bereits den Wald durchflossen hat. Erst geht es noch ein Stück durch den  Wald, dann kreuzen wir eine Straße und hinter dem landestypischen Waschhaus geht es wieder unter Bäumen weiter. Eine Handvoll Mühlen, ergänzt von Sitzbänken und Grillplätzen, lockern die Szenerie auf.

Senda dos Muiños de Aldán

Senda dos Muiños de Aldán

Nach rund 20 Gehminuten stehen Oscar und ich vor einer Brücke und der Weg verliert sich im Gestrüpp. Wir drehen um und beginnen den Rückweg zum Auto. Wieder im Zauberwald laufen wir über die Burg hinweg, immer noch am Wasser entlang, und je näher wir dem Eingang kommen, umso verwahrloster, auch im Sinne von vermüllt, wirkt der Wald. Da ist die Einfahrt, rechts die Straße runter, am Waschhaus wieder rechts und nach einer Gesamtlaufzeit von rund 30 Minuten ich sehe meinen Wagen.

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