Reboreda: Muiño do Rachón

ist Teil des Wanderweges Senda do Auga

und liegt hinter dem Ortsende-Schild der Gemeinde Reboreda an der Landstraße PO-250 im Verwaltungsbezirk Redondela.

Ich fahre von Redondela kommend die PO-250 bergauf und halte Ausschau nach einer Brücke, die samt riesigem Rohr die Landstraße überspannt. Kurz dahinter führt auf Höhe des Kilometers 4 ein ausgeschilderter Weg links zum Campo de Fútbol de Reboreda.
Muiño do Rachón, Reboreda (Redondela), Galicien, SpanienVon der kleineren Straße geht in einer Kurve rechts ein beschilderter Waldweg ab. Es gibt keinen Parkplatz und so muss ich mich mit der Natur arrangieren. Oscar ist es egal, wo und wie ich parke, Hauptsache raus aus dem Auto und hinein in den Wald. Laut GPS sind es von hier aus nur noch 190 m zum . Schon nach ein paar Schritten fällt mir

ein monströs großes Rohr

Senda do Auga, Muiño do Rachón, Reboreda (Redondela), Galicien, Spanienauf, dass von zwei Zementblöcke getragen wird. Die Ähnlichkeit zum dem, das die Straße überbrückt ist nicht zu übersehen und kommt nicht von ungefähr: Die Beschilderung am Startpunkt wies bereits darauf hin, dass hier ein Teilstück des Senda da Auga verläuft. Der gut 43 km lange Weg führt durch mehrere Landkreise und sicherte einst die Wasserversorgung der nahen Großstadt Vigo. Heute findet die Route bei Wanderern und Mountainbikern großen Anklang, weil sie kaum Höhenunterschiede aufweist.
Obwohl die alten Wasserkanäle aufgegeben wurden, rauscht es deutlich hörbar, obwohl weder Zu- noch Ablauf erkennbar sind. Vermutlich eine Neukonstruktion, denn Wasser braucht die Stadt nach wie vor und das kommt immer noch aus einem nahen Stausee des Río Oitavén.
Gleich danach folgt ein zementener Bandwurm dem Weg. Was aussieht, als diente es der Befestigung des Hanges ist in Wahrheit eine aufgegebene Wasserleitung. Stellenweise ist sie schon löcherig. Während ich die gewährten Einblicke in Augenschein nehme, wird mir schnell klar, dass man mit dem geringen Durchmesser auf Dauer keine Stadt versorgen konnte.
Senda do Auga, Muiño do Rachón, Reboreda (Redondela), Galicien, SpanienAls wäre all das nicht schon hässlich genug, verschandelt zu allem Überfluss auch noch ein grauer Kasten die Landschaft, von dem ich glaube, dass es sich dabei um ein Pumpwerk oder einen Wasserspeicher handelte.
Jenseits dieses Schandflecks sehe ich einen kleinen verwilderten Garten und

am Ende des Pfades steht einsam und verlassen die Mühle,

Muiño do Rachón, Reboreda (Redondela), Galicien, Spanienwie ein verlassenes und verwunschenes Idyll. Einzig eine hölzerne Pforte trennt mich von meinem Ziel. Rebstöcke überspannen die letzten Meter des Weges. Offensichtlich wird gelegentlich eine Grundpflege durchgeführt, trotzdem bilden die Weinstöcke mehrere Meter lange Triebe, die sich bis zum Fluss schlängeln.
Muiño do Rachón, Reboreda (Redondela), Galicien, SpanienAn der Tür mahnt ein Schild die Muiño do Rachón nicht zu betreten. Das Innere lässt keine Zweifel, dass jemand zugange war. Mein erster Gedanke: Jugendliche feiern hier nachts, was zumindest die Bierkiste erklären würde. Doch wozu die Reisighaufen, die Leiter und Holzbalken an der Decke? Das Schild gibt Auskunft: Die Wasserfledermaus hat hier ihr Quartier aufgeschlagen.
Neben der Mühle hat eine weitere Wasserleitung die Landschaft vernarbt und es ist unübersehbar:

Der Mensch hat Mitte des 20. Jh. deutliche Spuren hinterlassen

Muiño do Rachón, Reboreda (Redondela), Galicien, Spanienund sich mittels Mörtel und Ziegelsteinen mächtig ausgetobt. Zu den weiteren Eingriffen zählt auch, dass der Wald mit schnellwachsenden Bäumen, wie bspw. dem Eukalyptus, aufgeforstet wurde. Das wiederum verdrängte die ursprüngliche Vegetation und ließ den Flusslauf immer mehr verkrauteten.
Als hätte er es nicht schon schwer genug, muss der

Río Alvedosa

Muiño do Rachón, Reboreda (Redondela), Galicien, Spanienauf seinem Weg von den Bergen zum Meer durch ein enges Tal mit steilen Hängen. Wo ich jetzt stehe. Es heißt, dass ein Gefälle von 100 m auf einer Strecke von nur 500 m herrscht. Kann ich schwer einschätzen, könnte aber hinhauen. Richtig imposant ist das Ganze natürlich erst in der Regenzeit, wenn das Wasser tobend über die Felsen rauscht.
Bevor er das Städtchen Redondela durchquert, um dort ins Meer zu münden, springt er noch über den nahen Wasserfall A Feixa.

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Mühle des Rachón (span. Nachname)

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