Bilbao: Ein nächtlicher Spaziergang

Gesamtlesedauer ca. 4 Minuten

ist immer ein Höhepunkt,
meiner Unternehmungen in einer neuen Stadt. Es ist 21:30 Uhr und sowieso an der Zeit, dass Oscar noch mal Bewegung bekommt. Wir fahren mit dem „elevador“, einem öffentlichen Aufzug, talwärts und schlagen uns geradeaus auf den Fluss zu. Auf der

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Flusspromenade
erwartet uns reges Treiben: Jogger, Radfahrer, Flaneure, Hundehalter und ihre vierbeinigen Freunde bevölkern die Wege. Ich werde im Verlauf des Abends noch feststellen, dass die Stadt im Rahmen des Verschönerungsprogrammes wirklich ansprechende Spazierwege entlang des „Río Nervión“ angelegt hat. Ich habe keinen Plan, wo was ist, und laufe instinktiv auf die geschwungene Brücke zu, die sich als die berühmte

Zubizuri“-Brücke,
baskisch für „weiße Brücke“, entpuppt. Ihre Beleuchtung und die geschwungene Form ziehen mich in ihren Bann.

Zubizuri, Bilbao

Zubizuri, Bilbao

Aber was um Himmels Willen soll der schwammige Teppich auf der Brücke? Wie ich später erfahre, hat die Brücke eigentlich einen Glasboden, der die unangenehme Eigenart hat, bei Regen rutschig zu werden. Der Kunststoffteppich ist zwar spuckhässlich, aber ein probates Mittel gegen Ausrutschen. Am Ende der Fußgängerbrücke, geht es über Treppen hinauf zu einem Aufzug, der mich auf die Straßenebene bringt und schon bald sehe ich das

Guggenheim-Museum
vor mir. Schon groß. Schon anders. Schon beeindruckend. Aber irgendwie nicht meins. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen.

Guggenheim-Museum, Bilbao

Guggenheim-Museum, Bilbao

Oscar interessiert sich auch mehr für den Welpen eines nächtlichen Spaziergängers und so kommen wir ins Gespräch, worüber sich Hundehalter halt so unterhalten. Hinter uns spielen ein paar Jungs Fußball und ich rette uns vor den Querschlägern, indem wir über die Freitreppe hinab zum Fluss auf den

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Muelle Campa de los Ingleses“,
den „Kai der Engländer“, spazieren. Von seiner wechselhaften Geschichte als britischer Friedhof bis 1908, danach als Landepiste und Fußballplatz verwendet, ist heute nichts mehr zu sehen. Vorbei am Wasserspiel beginnt eine wunderschöne, langgezogene Grünanlage. Eine von vielen in unmittelbarer Nähe. Das Hundeverbot scheint sich nur auf den Rasen zu beziehen und kaum sehe ich andere Hunde frei laufen, erlöse ich Oscar von seiner Leine.

Muelle Campa de los Ingleses & Universidad de Deusto, Bilbao

Muelle Campa de los Ingleses & Universidad de Deusto, Bilbao

An der nächsten Brücke, die von unten ausschaut, wie eine plattgetretene Eidechse,  wird mein Blick von einem großen Gebäude angezogen. Majestätisch ragt das Hauptgebäude der „Universidad de Deusto“ am gegenüberliegenden Flussufer in den Nachthimmel.
Der Grünstreifen führt mich an einem großem Einkaufszentrum mit Kino vorbei, das irgendwie störend in den Nachthimmel ragt und endet am „Palacio Euskalduna Jauregia“, einem Mehrzweckbau für Veranstaltungen.

Palacio Euskalduna Jauregia, Bilbao

Palacio Euskalduna Jauregia, Bilbao

Hier stand bis Ende der 1980er die namengebende „Euskalduna“-Werft und das bedeutet, dass wir mitten im

alten Hafengebiet
stehen. Imposant finde ich die Kai-Beleuchtung, die aus alten Hafenelemente geschaffen wurde.

Euskaldunia Zubia, Bilbao

Euskaldunia Zubia, Bilbao

Ein paar Schritte vor mir befindet sich das „Museo Marítimo Ría de Bilbao“ und im Trockendock davor können Museumsbesucher ausrangierte Fischkutter und Schlepper von innen besichtigen.

Museo Marítimo Ría de Bilbao

Museo Marítimo Ría de Bilbao

Am Wasser steht außerdem der Verladekran „Carola“, der, aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen, zu den Sehenswürdigkeiten zählt.

Wir sind jetzt eine gute Stunde gelaufen
und es wird Zeit, den Heimweg anzutreten. Am Museum nehmen wir die Treppe, um auf Straßenniveau zu gelangen, und laufen über die geschwungene „Euskaldunia Zubia“, einer Fußgängerbrücke mit Fahrradwegen.

Euskaldunia Zubia, Bilbao

Euskaldunia Zubia, Bilbao

Mir fällt auf, dass viele Brücken irgendwie geschwungen wirken. Sei es, dass sie tatsächlich so geformt sind oder dass zumindest geschwungene Auffahrten oder Treppenanlagen angebaut sind. Auf jeden Fall sind es Blickfänge und schön anzusehen.
Auf der anderen Uferseite geht es zügig zurück. Es ist zwar auch begrünt, aber der Verkehr fährt dichter an der Uferpromenade vorbei und die gesamte Atmosphäre ist bei Weitem nicht so einladend.

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