Artá: Ermita de Betlem (Wanderweg GR 222)

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten und 41 Sekunden     

auf 280 m Höhe

im  erwandere ich in einer Stunde.
Vor der Ortseinfahrt Betlem befindet sich an der Ma-3331 ein Schotterparkplatz, an dem der ausgeschilderte Wanderweg startet.

Angeschlagen sind 50 Minuten, realistisch sind 60. Mein Zimmerwirt meinte zwar, dass jeder diesen Weg gehen kann, doch im Laufe der Wanderungen gibt es zwei sehr kurze Passagen, die ich sicherheitshalber auf allen Vieren bewältige. Direkt am

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Startpunkt

GR 222, Ermita de Betlem (Ermita de Belén), Artá, Mallorcaversperrt ein Tor den Weg. Ich nehme die seitliche Minitreppe, um das Hindernis zu umgehen, während mein Hund lieber unter dem Tor durchrobbt. Ich passiere eine Art Jugendcamp und einige dem Zerfall preisgegebene Häuser, die eine befremdliche Anziehung auf mich ausüben. Die Strecke geht über in einen in Fels gehauenen und aus Steinbrocken gemauerten Weg. Griffiges Schuhwerk ist ratsam.
Es geht kontinuierlich bergauf und ich bin mehr oder weniger alleine. Ich tauche in die

Natur

ein und genieße die Stille, bis ich auf ein österreichisches Rentnerpaar treffe. Sie redet auf ihn ein wie auf ein minderbemitteltes Kind: „Du machst Sachen mit mir. Ein Ding der Unmöglichkeit. Ich bin behindert und dann gehst solche Pfade mit mir. Sowas deppertes!“ Wenn Ösis granteln, klingt das immer noch charmanter als eine deutsche Liebeserklärung. Er schweigt eisern und ich wende mich innerlich erheitert der

Schlucht

GR 222, Ermita de Betlem (Ermita de Belén), Artá, Mallorcazu meiner Rechten zu. Es ist das momentan trockene Bett eines Sturzbaches, der sich ins Meer ergießt und das von einer Staumauer geteilt wird. Beidseits des Weges stehen kahle Bäume und bilden ein bizarres Spalier.
Ich erreiche eine felsige und steile Stelle, die mir keine Möglichkeit bietet, für diesen einen notwendigen Schritt Tritt zu fassen und entschließe mich zu krabbeln.
GR 222, Blick auf die Bucht von Alcúdia, MallorcaDer Pfad macht eine Linkskurve und auf einen Vorsprung bietet sich mir die Möglichkeit, über die Schlucht auf das Meer sowie die Bucht von Alcúdia zu blicken.
Kurz darauf erreichen wir die

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Lourdesgrotte

und die Trinkwasserquelle Font de S’Ermita. Der Quelle werden Heilkräfte nachsagt. Da ich nicht davon koste, steht der Beweis aus.
Wir sind 5 Minuten von der

Ermita de Belén,

Ermita de Betlem (Ermita de Belén), Artá, Mallorcaso die kastilische Schreibweise, entfernt. Nach Durchschreiten des Portals führt eine Zypressenallee auf das Kirchlein zu. Wenn ich es nicht besser wüsste, wäre ich überzeugt, in der Toskana zu sein.
So groß sie von Außen scheint, so klein wirkt sie von Innen; zumindest der Teil, der uns Normalsterblichen zugänglich ist.
Ein halbes Dutzend Österreicherinnen fortgeschrittenen Alters schmettern ein Kirchenlied und reizen die Akustik voll aus. Eine findet dermaßen Spaß daran, dass sie die anderen zu weiteren Lobgesängen ermuntert. Frau einigt sich schnell auf ein Lied und inbrünstig schallt „Lobet den Herren“ durch das Gotteshaus. Ich flüchte vor den reichlich schiefen Tönen einer einzelnen Interpretin und warte draußen, auf dass der Lobpreisung ein gnädiges Ende widerfahre. Genug Zeit, sich etwas

Hintergrundwissen

anzulesen. Ermita bedeutet übersetzt Einsiedelei: Um mich herum ist ganz viel Nichts in bester Hanglage mit unverbaubarem Blick. Der 1805 errichtete Einsiedlerhof von Bethlehem liegt am Ende der engen, teilweise nur einspurigen, kurvenreichen Landstraße Ma-3333 und diente als Kloster der Glaubensgemeinschaft Eremiten von San Pablo San Antonio. Bis Herbst 2010 wurde das Gelände noch von den Mönchen bewirtschaftet, bevor sie altersbedingt in ein anderes Kloster umzogen. Bislang fand sich kein Nachfolger und die laufende Planung geht von einer kulturellen Nutzung aus. Ich nehme einen erneuten Anlauf mir die

Kirche

Ermita de Betlem (Ermita de Belén), Artá, MallorcaErmita de Betlem (Ermita de Belén), Artá, Mallorcaanzusehen und jetzt habe ich sie für mich alleine. Die Kapelle ist klein und übersichtlich dekoriert. Ein kleines aber feines Pilgerziel, so mag ich es. Mein Reiseführer hebt die „dunkle Holzskulptur des Santo Cristo“ hervor. Viel ansprechender finde ich die Darstellung von Christi Geburt hinterm Altar.
Ich lasse noch einmal den Blick rundschweifen und dann ist es auch schon Zeit für den Rückweg.

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Massiv von Artá
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