Alcúdia: Altstadt

Gesamtlesedauer ca. 3 Minuten

und die Ciutat Romana de Pollèntia

sind nur durch eine Straße voneinander getrennt. Ein großer Parkplatz liegt direkt neben der Ausgrabungsstätte und von hier aus lässt sich alles gut zu Fuß erkunden.

Ich habe mal wieder Pech, denn die alte Römerstadt schließt heute ausnahmsweise früher. Also kreuze ich die Straße und betrete die

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Altstadt

Alcúdias.

Der Name entlehnt sich dem islamischen Alqudya für Hügel. Zu Zeiten der islamischen Herrschaft stand hier, auf dem Hügel, ein gleichnamiges Gehöft.

Nach der Eroberung Mallorcas anno 1229 durch Jakob I. wurde das Gebiet 1232 neu aufgeteilt. Das Landgut fiel an einen Gefolgsmann und entwickelte sich bald zu einem wichtigen hinsichtlich der Lage und der wachsenden Bevölkerung. Seine endgültige Form erhielt die Ortschaft aber erst mit Bau der Stadtmauer, die Alcúdia einen quadratischen Grundriss verlieh.
Heute zählt die Verwaltungsbezirk gut 19.000 Einwohner, davon allein rund 6.500 in Einzugsgebiet der Kleinstadt.
Vor mir erhebt sich die

Església Parroquial Sant Jaume

Església Parroquial Sant Jaume, Alcúdia, Mallorcaaus dem 13. Jh.. Je nach Quelle stand hier bereits 1248 eine Kirche, andere Quellen berichten von einem Neubau ab 1302. 1870 stürzte das Gotteshaus ein, von dem lediglich die Seitenkapelle Santo Cristo aus dem 16. Jh. erhalten blieb. Was gerettet werden konnte, wird im Museu Parroquial auf der anderen Straßenseite ausgestellt. 12 Jahre hat man mit dem Wiederaufbau gewartet, der 1893 beendet wurde. Das neogotische Bauwerk ist Santiago, dem Schutzpatron der Stadt gewidmet.
Auch hier stehe ich vor verschlossenen Türen und so lenke ich meine Schritte durch die leeren Gassen der Altstadt. Ziel- und orientierungslos schlendere ich immer tiefer ins Herz des Stadtkerns, bis ich die

Plaçeta de les Verdures,

Casa Consistorial, Alcúdia, Mallorcaerreiche. Zwischen den Häusern ragt der auffällige Uhrturm der Casa Consistorial, dem Renaissance-Rathaus aus dem Jahr 1523, hervor.
Die bildet zusammen mit der benachbarten  das quirlige Zentrum der Altstadt mit Cafés und Restaurants, die auf Besucher warten. Jenseits der Plaça Constitució liegt die

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Plaça de Carles V,

Plaça de Carles V, Alcúdia, Mallorcamit einem freistehenden Stadttor und einem Springbrunnen in Gedenken an Kaiser Carlos V.
Der Himmel verdunkelt sich zusehends. Im Handumdrehen stehen wir in einem Schauer und müssen uns erst einmal unterstellen. Nach kurzer Zeit ist der Spuk vorbei und Oscar entscheidet sich zu einem Haufen. Alcúdia, MallorcaDas wäre an sich nicht weiter erwähnenswert, würde es nicht unter einem Warnhinweis geschehen. Wenn ich seine Hinterlassenschaften liegen lasse, sind bis zu 600 € Strafe fällig. Das scheint aber von der Lage abhängig zu sein, denn auf anderen Schildern werden nur 300 € angedroht. In der Tat wirken die Wege im historischen Kern wie geleckt. Das dazugehörige Piktogramm zeigt auch, dass das Tier angeleint zu sein hat. Dieses Vergehen ist mit mittleren zweistelligen Beträgen sogar erschwinglich.
Unweit von unserem Standort verläuft die

Stadtmauer

Puerta de Mallorco o de Sant Sebastià, Alcúdia, Mallorcaaus dem 14. Jahrhundert. Sie misst circa 1,5 km Länge und der mehr oder minder quadratische Grundriss ist an mehreren Stellen unterbrochen. 26 Wehrtürme verteilen sich auf der durchschnittlich sechs Meter hohen Mauer, die auf einem gesicherten Teilstück begehbar ist. Zwei der ursprünglich drei Stadttore stehen heute noch.
In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Stadtmauer um Bastionen erweitert, von denen nur zwei erhalten sind. Die letzte Erweiterung fand im 17. Jh. statt: Ein der Mauer vorgelagerter sternförmiger Befestigungsring wurde gebaut, von dem wenige Reste sichtbar sind.
Auf meinem Rückweg komme ich am

Museu Monogràfic de Pol⋅lènta

vorbei, kurz vor dem Ausgangspunkt meines Spaziergangs. In dem jahrhundertealten ehemaligen Hospital sind Fundstücke, vornehmlich aus dem 1. und 2. Jahrhundert, der nahegelegenen Ausgrabungsstätte ausgestellt.
Ich bin wieder an der Kirche angekommen und ärgere mich, dass die Ausgrabung heute früher geschlossen hat, denn die hätte ich mir genauso gerne angeschaut, wie die Kirche. Nur wegen der Altstadt lohnt sich die Anfahrt nicht, da sie klein und überschaubar ist, wie es sie in Spanien zuhauf gibt.

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Kern
katalanisch für Gemüseplatz
katalanisch für Platz der Verfassung

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